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Vorstellung der Grabungsfunde von St. Remigius



 
Bestandteile eines GürtelgehängesBestandteile eines Gürtelgehänges. | © 

Zu den Ergebnissen der archäologischen Ausgrabungen im Jahr 2010 bei der St. Remigiuskirche fand am 25. November ein bebildeter Abendvortrag statt. Forschungsleiter Holger Grewe von der Kaiserpfalz-Forschungsstelle freute sich, die bereits restaurierten Funde einem zahlreich versammelten Publikum vorstellen zu können. Die gut besuchte Veranstaltung zeigte, dass die ersten Grabungen an St. Remigius, einem der ältesten Gotteshäuser Ingelheims, das Interesse vieler Gemeindemitglieder und anderer historisch Interessierter gefunden hatte.



Nach einer Einordnung der Remigiuskirche in die Ortsgeschichte von Ingelheim und einem Bericht über die große Generalsynode des Jahres 948 in der Kirche, handelte der Vortrag von den Entdeckungen, die bei den Ausgrabungen gemacht wurden. Neben Gräbern der Neuzeit wurden fünf Bestattungen eines frühmittelalterlichen Gräberfeldes gefunden.


Eines der Gräber enthielt trotz mittelalterlicher Beraubung Beigaben. Die Archäologen konnten ein Kettengehänge identifizieren, das in die jüngere Merowingerzeit (Mitte oder zweite Hälfte des 7. Jahrhunderts) gehört. Diese Kettengehänge waren Bestandteil der merowingischen Frauentracht. Sie wurden mit Schmuckelementen wie zum Beispiel Ton- oder Glasperlen am Gürtel getragen. Ähnliche Funde liegen ebenso aus Frei-Weinheim, Grab 10, und aus dem Gräberfeld Rotweinstraße/Stevenagestraße vor.



Die archäologische Spurensuche förderte weitere Informationen über ein anderes männliches Individuum der Merowingerzeit zu Tage. Die Schädelknochen weisen deutlich eine Hiebverletzung auf, die keine Heilungsspuren zeigt und daher als Todesursache ausgemacht werden kann. Der merowingische Mann von St. Remigius wurde also in Kampfhandlungen hineingezogen und ist vermutlich durch ein Schwert oder eine fränkische Wurfaxt (Franziska) ums Leben gekommen.

Ähnlich aufschlussreich sind die Ergebnisse zur Baugeschichte der Kirche. Denn der romanische Turm der Remigiuskirche, der das Ortsbild Ingelheims prägt, ruht vermutlich auf älteren Fundamenten, die ebenso wie ein von den Archäologen neu entdeckter Mauerzug einer älteren Vorgängerkirche zuzuordnen sind. Mit den Ausgrabungen konnte gezeigt werden, dass das Bodenarchiv bei St. Remigius trotz neuzeitlicher Bestattungen und moderner Störungen sehr gut erhalten ist. Die Pfarrgemeinde hat mittlerweile beschlossen, die Neupflasterung des Außenbereichs der Kirche um ein Jahr zurückzustellen und die Ausgrabungen 2011 damit zu ermöglichen und zu genehmigen.

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