Logo der Kaiserpfalz IngelheimImpressionen aus der Forschungsstelle: Ausgrabungsarbeiten am Heidesheimer Tor | Utensilien zur Freilegung von Bodenfunden | Analyse und Dokumentation der Fundstücke

Logo der Kaiserpfalz Ingelheim

Inhalt:

Forschungsstelle

Pressemitteilungen

Geschichte vor Ort und hautnah



 

Dass Geschichtsunterricht viel mehr sein kann als das Auswendiglernen von Jahreszahlen erlebten kürzlich die Schüler der 8a des Sebastian-Münster-Gymnasiums in Ingelheim. Ihre Geschichtslehrerin, Referendarin Eva Wirth, hatte sich im Rahmen ihres 2. Staatsexamens eine besondere Aktion ausgedacht. In Kooperation mit der Kaiserpfalz-Forschungsstelle konzipierte sie eine Unterrichtsreihe, die den Schülern die Themen „Mittelalterliches Reisekönigtum“ und „Archäologie“ am Beispiel der Ingelheimer Kaiserpfalz näher bringen sollte. Dabei durfte ein Besuch in der Kaiserpfalz natürlich nicht fehlen. Aufgeteilt in Gruppen erarbeiteten sich die Schüler während ihres Aufenthaltes im Saalgebiet verschiedene Themen, indem sie die Informationsangebote in den Denkmälern und im Museum nutzten. Die dabei entstandenen Referate zum Reisekönigtum, zum Pfalzmodell, zur Goldmünze, zur Aula regia sowie zum Tassiloprozess wurden den Mitschülern am Ende des Besuchs präsentiert.

Schülerinnen der 8a beim Waschen von Fundmaterial.Schülerinnen der 8a beim Waschen von Fundmaterial. | © 

Eine weitere Aktion der Unterrichtsreihe fand im Sebastian-Münster-Gymnasium statt. Archäologin Silke Jäger, die in der Kaiserpfalz-Forschungsstelle das Fundarchiv leitet, besuchte die Schüler und hatte viel Material im Gepäck. In der ersten von drei Unterrichtsstunden stellte sie der Klasse den Beruf des Archäologen vor. Was genau tut ein Archäologe bei den Ausgrabungen? Welche verschiedenen Arbeitsschritte sind vom ersten Spatenstich bis hin zur Dokumentation der Funde zu erledigen? Dabei erfuhren die Schüler, dass für jedes Fundstück ein Fundzettel ausgefüllt wird, auf dem Fundort und -nummer, Datum, die Fundumgebung und die Materialart vermerkt werden.

Dann ging es in den Schulhof, wo die Schüler das Gelernte sogleich umsetzen und selbst zu Archäologen werden konnten. An drei verschiedenen Arbeitsstationen wurde parallel Fundmaterial mit Wasser und Zahnbürste gesäubert sowie zeichnerisch und fotografisch dokumentiert. Dabei wurde, wie unter realen Bedingungen, mit größter Sorgfalt vorgegangen: Bestimmte Materialien wie Putz und Metall durften nur trocken gereinigt werden, gezeichnet wurde auf Millimeterpapier, und beim Fotografieren durften Maßstab und Nordpfeil im Bild nicht fehlen.

In der dritten Stunde ging es um das Thema Rekonstruktion. Dabei diente ein aus Scherben wieder zusammengeklebtes Keramikgefäß als Anschauungsobjekt. Silke Jäger zeigte außerdem Aufnahmen von zusammengesetzten Putzfragmenten, auf denen das ursprüngliche Linienmuster wieder zu erkennen war, sowie Ausschnitte aus der digitalen Rekonstruktion der Aula regia. Neben historischen Sachverhalten beschäftigten die Schüler aber auch ganz gegenwärtige Fragen: Was passiert, wenn man zufällig einen historischen Fund macht? Wem gehört das Fundstück? Wie viel ist eine historische Münze heute wert? Und wie hoch sind die Fundstücke versichert?

Die Unterrichtmaterialien, die anlässlich dieser Unterrichtsreihe aus der Zusammenarbeit von Eva Wirth und der Kaiserpfalz-Forschungsstelle entstanden sind, sollen künftig auch anderen Lehrern zur Verfügung stehen. Ab dem Beginn des neuen Schuljahres ist das Material gesammelt auf CD bei der Forschungsstelle am François-Lachenal-Platz 7 erhältlich. Interessierte Lehrer können sich dort melden.

© 2011 Kaiserpfalz Ingelheim | Ausdruck von www.kaiserpfalz-ingelheim.de
Diese Seite ausdrucken | Zurück zur barrierefreien Version | Zurück zur normalen Version
 
Der Solidus Karls des Großen: Vorder- und Rückseite der Goldmünze

© 2005-2018 Kaiserpfalz Ingelheim | Kontakt & Impressum | Datenschutz | Übersichtsseite