
Was tut sich im Jahr 2009 im Kaiserpfalzgebiet? An vielen Stellen „Im Saal“ wird es Neues zu entdecken geben, denn in diesem Jahr werden verschiedenste Projekte in den Bereichen Wissensvermittlung, Denkmaltouristische Erschließung, Stadtsanierung und Archäologie umgesetzt.
Die neue digitale Rekonstruktion des Heidesheimer Tors, von der erste Ausschnitte bereits am Tag des offenen Denkmals 2008 zu sehen waren, wird in den kommenden Monaten fertig gestellt und der Öffentlichkeit präsentiert werden können. Im Präsentationshaus am Heidesheimer Tor entsteht zurzeit eine Ahnengalerie in Form einer großflächigen Wandinstallation. Dort werden Menschen aus verschiedenen Epochen abgebildet, die alle mit der Kaiserpfalz in Verbindung standen, weil sie sie bewohnten, besuchten oder geprägt haben. Dabei wird auch der heutige Besucher in die Präsentation miteinbezogen.
Ab diesem Jahr wird es ebenfalls ein neues archäologisches Fenster auf dem Saalplatz zu besichtigen geben. Am Bassin der Fernwasserleitung, welches lange fälschlicherweise als Karlsbad bezeichnet wurde, werden die Besucher zu dem Wasserbecken hinabsteigen können und über dessen tatsächliche Funktion aufgeklärt.
Weitere Verbesserungen der touristischen Infrastruktur sind die Fertigstellung des Kaiserpfalzparkplatzes mit Informationspunkt in der Natalie-von-Harder-Straße, sowie des neuen Infopunkts in der Straße „Im Saal“ am Fuße des Bolanderturms. Dort wird ein Platz entstehen, der für Ortsfremde deutlich den Beginn des Kaiserpfalzgebiets markieren und ein Sammelplatz für Besuchergruppen sein soll. Informationstafeln werden künftig an dieser Stelle bei der ersten Orientierung helfen. Ein weiterer Informationspunkt entsteht auf dem „Karlsplatz“ südlich der Saalkirche, an dem die Erkenntnisse der Grabungen von 2008 erläutert werden. Dort werden außerdem die Giebelfassaden verschiedener Privathäuser neu gestaltet.
Der Straßenausbau im Saalgebiet wird sich in 2009 auf den „Karlsplatz“ sowie auf den östlichen Teil des Zuckerbergs und der Straße „Im Saal“ konzentrieren. Dort wird u.a. der Straßenbelag erneuert, der dann wie an anderer Stelle den unterirdischen Verlauf historischen Mauerwerks kennzeichnen wird. Während des Straßenausbaus wird die Forschungsstelle Kaiserpfalz Ingelheim baubegleitend archäologische Untersuchungen durchführen. Außerdem wird die Arbeit an der Gesamtpublikation fortgesetzt, in der die Ergebnisse der Ingelheimer Pfalzenforschung seit 1909 veröffentlich werden sollen. Darüber hinaus treffen sich die Pfalzenforscher aus Aachen und Ingelheim im April zu einem Kolloquium in Aachen, das dem wissenschaftlichen Austausch dienen soll.