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Neue Impulse für die Pfalzenforschung



 
Aachener Stadtarchäologe Schaub erläutert eine laufende GrabungAachener Stadtarchäologe Schaub erläutert laufende Grabung | © 

Vom 31.03.-02.04.2009 fand in Aachen das erste Kolloquium des neu gegründeten Arbeitskreises Pfalzenforschung statt. Die Kaiserpfalz-Forscher aus Ingelheim und Aachen tauschten sich dabei über den derzeitigen Forschungsstand in den beiden Herrschaftsorten Karls des Großen aus. Weitere Kolloquien sollen folgen und auch andere Pfalzen des Mittelalters einschließen.

Neben Ingelheim hat es auch in Aachen eine bedeutende Kaiserpfalz gegeben, die besonders wegen der heißen Quellen als eine der Lieblingspfalzen Karls des Großen gilt. Die herausragende Stellung der beiden Pfalzorte wird durch die Erwähnung in der Vita Karoli Magni deutlich, wo Karls Biograph Einhard die Pfalzen Aachen, Ingelheim und Nijmwegen nennt.

Wissenschaftliches Interesse führte die Archäologen, Bauforscher und Kunsthistoriker aus Ingelheim und Aachen zusammen und ließ sie einen neuen Arbeitskreis gründen, der der Forschung zum Thema „Pfalzen des Mittelalters“ neue Impulse verleihen soll. Die Mitarbeiter der Kaiserpfalz-Forschungsstelle aus Ingelheim reisten vom 31.03.-02.04.2009 nach Aachen, um an der ersten Tagung des neuen Arbeitskreises teilzunehmen, welche unter dem Titel „Aachen und Ingelheim: zwei ‚Lieblingspfalzen’ Karls des Großen im Licht bauhistorisch-archäologischer Forschungen“ stattfand. Archäologische und bauhistorische Erkenntnisse der Ingelheimer und Aachener Untersuchungen wurden dabei verglichen und diskutiert, da man den Gemeinsamkeiten und Unterschieden zwischen den beiden Pfalzorten auf die Spur kommen will.

Zu sechs Themenbereichen gab es jeweils einen Vortrag von Aachener und Ingelheimer Seite: zur Bautopographie, d.h. zu den Formen und Funktionen der Pfalzgebäude, zur Beschaffenheit der Mauerwerke, zur Verwendung von Spolien (wiederverwendete Bauteile aus anderen Gebäuden), zur Wasserversorgung, sowie zum Siedlungsumfeld und zur Infrastruktur der Pfalzen. Ebenfalls wurden die Probleme und Herausforderungen der archäologischen Pfalzenforschung thematisiert, die z.B. durch lückenhafte oder falsche Dokumentation früherer Ausgrabungen entstehen oder durch die Unzugänglichkeit historischer Überreste, welche von neuzeitlichen Gebäuden überdeckt sind.

Zukunftsperspektiven

Das nächste Kolloquium soll 2010 voraussichtlich in Ingelheim stattfinden. Ziele des Arbeitskreises für die Zukunft sind die Vertiefung der behandelten Themen und Fragestellungen, der Austausch untereinander auch zwischen den Kolloquien sowie die Einbeziehung neuer Teilnehmer. Der Arbeitskreis Pfalzenforschung soll nicht auf Ingelheim und Aachen beschränkt bleiben, sondern künftig auch Wissenschaftler einschließen, die zu anderen Pfalzorten forschen. Holger Grewe, der Leiter der Ingelheimer Ausgrabungen, machte in seinem einleitenden Vortrag den dringenden Bedarf an weiterer vergleichender Forschung mit anderen Pfalzen wie Paderborn, Frankfurt oder Samoussy deutlich. Nachdem der Arbeitskreis „Deutsche Königspfalzen“ des Max-Planck-Instituts für Geschichte eingestellt wurde, bedürfe es des Ausfüllens dieser Lücke. Dass auch die beiden Oberbürgermeister von Aachen und Ingelheim dem Treffen des Arbeitskreises beiwohnten, bezeugt deren Interesse an dem historischen Thema und macht die Bedeutung der Kaiserpfalzen für die Kommunen und die Herausbildung von Stadtidentität deutlich.

Programm des 1. Kolloquiums des Arbeitskreises Pfalzenforschung vom 31.03. - 02.04.2009 (pdf, ca. 1900 KB)!

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Der Solidus Karls des Großen: Vorder- und Rückseite der Goldmünze

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