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Neuer Kräutergarten Karls des Großen in der Kaiserpfalz Ingelheim

Die Grünanlage auf dem Gelände des „Spielplatzes Auf dem Graben“ am Heidesheimer Tor im Kaiserpfalzgebiet von Nieder-Ingelheim wurde in den vergangenen Monaten umfassend umgestaltet. Der ohnehin schon beliebte Aufenthaltsort im Grünen hat durch die Anlage eines neuen Kräutergartens sowie durch die Herausarbeitung des Vorgeländes der einstigen Kaiserpfalz an zusätzlicher Attraktivität gewonnen. Dort gedeihen und blühen nun Obstbäume und Kräuter wie zu Kaiser Karls Zeiten. Zudem sind die Form und Größe des Wehrgrabens der Kaiserpfalz sowie die mittelalterliche Zuwegung zum Heidesheimer Tor wieder im Gelände ablesbar. Als weitere Maßnahme wurde eine neue Wegeverbindung und Blickachse zwischen der Straße „Im Saal“ und der Grünanlage am Heidesheimer Tor geschaffen. Durch den Abriss einer Garage neben dem Anwesen Nummer 21 konnte so ein Teilstück des alten Brunnenpfades wieder begehbar gemacht werden.

Der neu angelegte Kräutergarten ist der Nachfolger des kleinen Kräutergärtchens, das seit 1999 am Zuckerberg besteht. Es entstand anlässlich des Karlsjahres 1998 unter der Patenschaft von Pro Ingelheim e.V., und wurde mit Pflanzen aus dem Capitulare de villis bestückt, der Landgüterverordnung Karls des Großen. Um den Pflanzen mehr Sonne und Raum zu geben und sie an einem stärker frequentierten Platz zu präsentieren, begannen im Jahr 2010 im städtischen Amt für Umweltschutz und Grünordnung die Planungen für eine Umsiedlung des Kräutergartens an das Heidesheimer Tor. Neben der Steigerung der Aufenthaltsqualität hatte man auch den pädagogischen Aspekt im Blick: Das Heidesheimer Tor wie auch der Spielplatz sind Anziehungspunkte für Besuchergruppen und Schul- und Kindergartenausflüge. An dem neuen Standort können die Nutz- und Heilkräuter, die in den Gärten am Hofe Karls angepflanzt werden sollten, künftig viel besser in Führungen und Bildungsprogramme integriert werden.

Innerhalb der Beete, die in Anlehnung an mittelalterliche Klostergärten angeordnet und bestückt sind, wurde bei der Sortenauswahl besonderer Wert auf die Verwendung einander begünstigender Pflanzen gelegt, die beispielsweise Schädlinge von der benachbarten Pflanze fernhalten. Eine gute Kombination lag zumeist in der Verbindung von wohlduftenden Pflanzen wie Rosen und Lavendel und würzig riechenden Kräutern wie Koriander und Fenchel. Ganz wesentlich war, dass die Komposition dem Auge wohlgefällig war und der Aufenthalt dort ein Genuss für alle Sinne. Daher integrierte die Planung der ausführenden Landschaftsarchitektin Stella Junker-Mielke aus Worms auch die Anpflanzung duftender Kletterrosen und die Einfassung der Kräuterterrassen mit zwei Verweilplätzen.

Von dort hat man einen umfassenden Blick über den Garten sowie über den ehemaligen Wehrgraben der Kaiserpfalz. Im Zuge der Anlage des Kräutergartens wurde auch dieser Bereich neu überplant. Bei der zurückliegenden Gestaltung im Rahmen der denkmaltouristischen Erschließung in den Jahren 2003/2004 hatte man nämlich noch nicht die gleichen Erkenntnisse, wie man sie heute besitzt. Damals war noch nicht archäologisch gesichert, dass das Heidesheimer Tor wirklich einmal eine Tordurchfahrt gewesen ist. Seit der Feststellung bei Grabungen im Jahr 2006 bestand seitens der Kaiserpfalz-Forschungsstelle der Wunsch, die Zuwegung zum Heidesheimer Tor wieder an ihrer ursprünglichen Stelle, nämlich exakt in der Mittelachse des Tores, sichtbar zu machen. Bei der Umgestaltung wurde der bestehende Weg um einige Meter versetzt, so dass er nun wieder über der frühmittelalterlichen Trasse verläuft.
Zwei senkrechte Cortenstahl-Elemente begrenzen den Weg und zeigen zugleich die Form und Breite des Wehrgrabens, der einige Jahrhunderte später zur Zeit der Staufer dort angelegt wurde. Um die Tiefe des Grabens zu verdeutlichen, wurde als besonderes Informationselement eine Messskala angebracht. Anhand dieser kann der Besucher ablesen, dass es vom Niveau des heutigen Weges noch 5,2 Meter abwärts ging, bis die Grabensohle erreicht war.

Durch die Gesamtmaßnahme der Kräutergarten- und Geländegestaltung hat der „Spielplatz Auf dem Graben“ sowohl an Attraktivität als auch an historischer Authentizität gewonnen und dürfte künftig als grünes Wohnzimmer noch beliebter werden.

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Der Solidus Karls des Großen: Vorder- und Rückseite der Goldmünze

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