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Dem frühen Mittelalter auf der Spur


Ausgrabungen der Forschungsstelle Kaiserpfalz in der Rotweinstraße und Mainzer Straße fördern Funde der Merowingerzeit zu Tage
Gemmenring, 7. Jahrhundert. | © 

In zwei historischen Stadtquartieren führt die Forschungsstelle Kaiserpfalz Ingelheim in diesem Jahr archäologische Ausgrabungen im Rahmen bauvorbereitender Untersuchungen durch, die historische Überreste finden, dokumentieren und Fundstücke sichern sollen, bevor das Bodenarchiv durch Baumaßnahmen unwiederbringlich zerstört wird.

Auf einem Gelände in der Rotweinstraße konnten die Ausgrabungen nach acht Wochen abgeschlossen werden. Es wurde ein weiterer Abschnitt des Gräberfeldes untersucht, das dort bereits aus früheren Grabungen bekannt ist. Auf dem 200 qm großen Gelände wurden vier Gräber gefunden, die fast vollständig beraubt waren und daher keine Beigaben mehr enthielten. Einzige und gleichzeitig spektakuläre Ausnahme bildet ein wertvoller Fingerring: Der Silberring aus der Merowingerzeit (7. Jahrhundert) verfügt über einen Schmuckstein, der 500 Jahre älter ist. Diese Gemme genannten Objekte aus Edelstein oder Halbedelstein, gelegentlich auch aus farbigem Glas, wurden durch Steinschnitttechniken in Miniaturgröße kunstvoll verziert. Der Achat aus I ngelheim zeigt ein außergewöhnliches Motiv: Eine Gans samt Tranchiermesser wurde in den Stein geritzt – ein Sinnbild für das Luxusleben der römischen Oberschicht im 2. und 3. Jahrhundert. Seine Wiederverwendung zeugt von der Wertschätzung der Merowinger von Kunst und Kunsthandwerk der Antike.
Eine Grenze des Gräberfeldes konnte auch in dieser Grabungskampagne nicht erfasst werden. Mit rund 200 Bestattungen zählt es damit zu den größten in Rheinhessen.

Ausgrabung in der Mainzer Straße/Ottonenstraße. | © 

Parallel dazu begann die Ausgrabung in der Mainzer Straße 37 – 43, auf einem 2400 qm großen Areal, auf dem die WBI Ingelheim Wohnbebauung errichten wird. Die Archäologen erwarten Funde aus dem frühmittelalterlichen Siedlungsbereich um die Kaiserpfalz, wie sie auch schon in den 1990er Jahren bei Untersuchungen vor dem Bau der benachbarten Ottonenstraße gemacht wurden. Bei den damaligen Grabungen waren Reste von Grubenhäusern gefunden worden, in denen sich mittelalterliche Werkstätten befanden, sowie die Ingelheimer Goldmünze mit dem Bildnis Karls des Großen. Des Weiteren halten es die Archäologen für wahrscheinlich, entlang der Mainzer Straße auch auf Reste aus der Römerzeit zu treffen.
Der Nachweis von frühmittelalterlichen Siedlungsspuren ist inzwischen in der Mainzer Straße 37 – 43 schon gelungen. Diese zeigen, dass in der Merowingerzeit und der frühen Karolingerzeit auf dem Areal gelebt und gearbeitet wurde. Grubenhäuser, die als Arbeitsgebäude und Lagerhäuser dienten, konnten an der Stelle entdeckt werden. Datiert werden die Häuser über Keramikreste, die ihn ihnen gefunden wurden, in das 7. bis 9. Jahrhundert. Die Häuser gehören damit in die gleiche Zeit wie die älteste St. Remigiuskirche mit dem 2012 archäologisch entdeckten Baptisterium. Es darf vermutet werden, dass an der Mainzer Straße die Leute gearbeitet haben, die wenige Meter weiter in der St. Remigiuskirche getauft wurden, zur Kirche gingen oder bestattet wurden. Die Grabungen laufen noch bis Mitte Oktober.



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Der Solidus Karls des Großen: Vorder- und Rückseite der Goldmünze

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