Logo der Kaiserpfalz IngelheimImpressionen aus der Forschungsstelle: Ausgrabungsarbeiten am Heidesheimer Tor | Utensilien zur Freilegung von Bodenfunden | Analyse und Dokumentation der Fundstücke

Logo der Kaiserpfalz Ingelheim

Inhalt:

Forschungsstelle

Pressemitteilungen


Ingelheimer Goldmünze Karls des Großen in Landesausstellung
Sachsen-Anhalt zu sehen



 
Zwei zentrale Herrscherfiguren der Ausstellung residierten in Ingelheim
Ingelheimer Goldmünze Karls des Großen
Ingelheimer Goldmünze Karls des Großen. | © 

Die Ingelheimer Goldmünze Karls des Großen ist derzeit auf Ausstellungsreise. Sie wurde als Exponat für die Landesausstellung „Otto der Große und das römische Reich. Kaisertum von der Antike bis zum Mittelalter“ in Sachsen-Anhalt angefragt. Vom 27. August bis 9. Dezember ist sie im Kulturhistorischen Museum Magdeburg zu sehen.

Die große Landesausstellung findet anlässlich des 1100. Geburtstags Ottos des Großen und der 1050. Wiederkehr seiner Kaiserkrönung statt. Zentrales Thema der Ausstellung ist die Geschichte des Kaisertums in Europa, von Augustus über die Karolinger bis zu den Kaisern der Ottonen. Otto der Große spielte in der Ideengeschichte des Kaisertums eine entscheidende Rolle. Sein Wirken strebte danach, das römische Reich zu erneuern. Nachdem er 962 in Rom zum Kaiser gekrönt wurde, führte er hiernach stolz die Bezeichnung „OTTO IMP(erator) AUG(ustus)“ in seinem Siegel. Er knüpfte damit bewusst an Titel und Herrschaftszeichen der römischen Kaiser an, und stellte sich in die Tradition des ersten Kaisers Augustus, der etwa eintausend Jahre zuvor das Kaisertum der römischen Antike begründet hatte.

Otto der Große führte das fort, was Karl der Große rund 160 Jahre zuvor bereits begonnen hatte: die Aneignung des römischen Kaisertums. Mit Karl dem Großen fand das Kaisertum nach dem Untergang des römischen Reiches seine Fortsetzung, indem er sich im Jahr 800 in Rom zum Kaiser krönen ließ. Aus diesem Grund ist den Karolingern ein eigener Themenbereich in der Magdeburger Ausstellung gewidmet. Karl der Große stellte sich bewusst in die Tradition der antiken Herrscher, was sich auch in der Bauweise der Ingelheimer Kaiserpfalz mit ihren Anleihen an römischer Palastarchitektur widerspiegelt. Ein weiterer Ausdruck von Karls Herrschaftsanspruch war das Prägen von Goldmünzen, ein kaiserliches Privileg. Die Ingelheimer Goldmünze wird somit in der Magdeburger Ausstellung in ihrer Eigenschaft als imperiales Herrschaftszeichen gezeigt.

Auch die Zentralfigur der Magdeburger Ausstellung, Otto der Große, bildet einen Bezugspunkt zu Ingelheim. Er hielt sich zehn Mal in der Ingelheimer Kaiserpfalz auf, um Hof zu halten und hohe Kirchenfeste zu feiern, denn Ingelheim wurde zu dieser Zeit zur bevorzugten Osterpfalz im Rhein-Main-Gebiet. Unter den Aufenthalten Ottos des Großen sind zwei große Reichssynoden, ein Hoftag und zwei Osterfeiern.

Durch die Landesausstellung in Magdeburg wird deutlich, dass mit den beiden Kaisern Karl dem Großen und Otto dem Großen bedeutende Persönlichkeiten der europäischen Herrschaftsgeschichte in Ingelheim verkehrten, die von dem Gedanken geleitet waren, ein Reich nach römischen Vorbild zu schaffen. Die Vorstellung von der Erneuerung des Römerreichs wirkte im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation bis zu seiner Auflösung 1806 fort.

© 2011 Kaiserpfalz Ingelheim | Ausdruck von www.kaiserpfalz-ingelheim.de
Diese Seite ausdrucken | Zurück zur barrierefreien Version | Zurück zur normalen Version
 
Der Solidus Karls des Großen: Vorder- und Rückseite der Goldmünze

© 2005-2018 Kaiserpfalz Ingelheim | Kontakt & Impressum | Datenschutz | Übersichtsseite