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Bassin der Fernwasserleitung erstmals öffentlich zugänglich



 
Archäologisches Fenster an der Fernwasserleitung.Archäologisches Fenster an der Fernwasserleitung. | © 

Die Kaiserpfalz Ingelheim verfügt ab sofort über einen neuen archäologischen Informationsbereich. Mit dem Bassin der Fernwasserleitung ist ein weiterer Teil der Kaiserpfalz im Saalgebiet von Nieder-Ingelheim für die Besucher zugänglich und erlebbar gemacht worden.

Das Bassin der Fernwasserleitung ist ein Wasserbecken mit Zu- und Ablauf, das sich im Zentrum der Pfalzanlage befand. Es stammt aus der ersten Bauphase der Kaiserpfalz am Ende des 8. Jahrhunderts. Das Becken ist 2,5 mal 2,7 Meter groß und war eine unterirdische Einrichtung, denn es lag mehr als zwei Meter unter dem Bodenniveau. Heute sind es knapp vier Meter.

Das Bassin wurde von den Archäologen der Kaiserpfalz-Forschungsstelle bei archäologischen Untersuchungen im Jahr 2006 als Klärbecken bzw. Brunnenstube identifiziert. Einigen dürfte das Becken vielleicht noch als "Karlsbad" bekannt sein, wie es in einer früheren Grabungsperiode Anfang des 20. Jahrhunderts fälschlicherweise benannt wurde. Die These, es handele sich bei diesem Becken um ein Karls- oder Kaiserbad, kann als endgültig widerlegt gelten. Ursprünglich war das Bassin Teil einer Fernwasserversorgung der Kaiserpfalz aus dem 8. Jahrhundert. Das aus sieben Kilometern Entfernung in einem unterirdischen Kanal herbei geführte Wasser wurde hier gereinigt: Sand und Schwebeteilchen setzten sich beim langsamen Durchfluss am Boden des Beckens ab, während das geklärte Wasser über einen darüber angeordneten Abfluss den Verbrauchsstellen zugeleitet wurde. Spätestens ab dem 13. Jahrhundert ist eine Nutzung als Brunnenstube sicher, die den direkten Zugang zu gereinigtem Wasser ermöglichte. Zu dieser Zeit bohrte man Löcher in die Bodenplatten und die Einfassung des Beckens, um zusätzliches Wasser aus dem Erdreich einströmen zu lassen. Heute wird der Wasserstand im Becken nicht künstlich reguliert, er liegt relativ konstant bei circa 30 Zentimetern.

Bassin der Fernwasserleitung.Bassin der Fernwasserleitung. | © 

Der neu gestaltete archäologische Präsentationsbereich, den Oberbürgermeister Dr. Joachim Gerhard, die Forschungsstelle Kaiserpfalz Ingelheim und das städtische Bauamt eröffneten, ist in zwei Ebenen gegliedert: Die untere Ebene führt bis an das Wasserbecken heran; auf der Zwischenebene, dem karolingischen Laufniveau, erlaubt ein Einschnitt in den Boden den Blick auf die freigelegte Zuleitung des Bassins. Diese Bestand anfangs aus einem gemauerten Kanal, später aus ineinander gesteckten Tonröhren. Beides ist durch das Guckrohr in der Tiefe zu sehen. Die heute sichtbaren Tonröhren sind originalgetreue Nachbildungen, die die Archäologen in Zusammenarbeit mit der Ingelheimer Keramikerin Brigitte Reich-Luithle hergestellt haben. Besondere Erwähnung verdient, dass Frau Reich-Luithle ihre Arbeit und die Tonerzeugnisse der Stadt Ingelheim zur Beförderung der Kaiserpfalzpräsentation geschenkt hat.

Mit der Fertigstellung des Bassins der Fernwasserleitung ist die bauliche Gestaltung des "Saalplatzes" im Rahmen der Stadtsanierung Saalgebiet abgeschlossen. Nach dem neu gestalteten Platz südöstlich der Saalkirche hat nun mit dem "Saalplatz" auch der zweite große Platz im Saalgebiet ein neues Gesicht bekommen, womit ein weiterer wichtiger Baustein der Stadtsanierung beendet ist.

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