Logo der Kaiserpfalz IngelheimImpressionen aus der Forschungsstelle: Ausgrabungsarbeiten am Heidesheimer Tor | Utensilien zur Freilegung von Bodenfunden | Analyse und Dokumentation der Fundstücke

Logo der Kaiserpfalz Ingelheim

Inhalt:

Forschungsstelle

Pressemitteilungen


Die Ingelheimer Kaiserpfalz: Der Ausflugstipp zu Ostern



 

Auf die Plätze, fertig, Frühling! Die Kaiserpfalz Ingelheim zeigt sich nach den frostigen Wintermonaten wieder von ihrer sonnigen Seite. Also: Ab nach Ingelheim zur Kaiserpfalz Karls des Großen! Besucher können mit den ersten warmen Sonnenstrahlen das Kaiserpfalzgebiet erkunden und den historischen Streifzug mit einer Wanderung durch die Ingelheimer Weinberge und Obstfelder ergänzen.

Die Kaiserpfalz in Ingelheim ist eine der wichtigsten Pfalzen des Mittelalters und diente Kaisern und Königen als Aufenthalts- und Regierungsort. Karls Biograf Einhard beschrieb sie als "prächtigste Pfalz neben Aachen und Nimwegen". Einzigartig war ihre Architektur, bei der Karl der Große sich von römisch-antiken Villen und Palästen inspirieren ließ. Der Pfalzkomplex liegt im heutigen Nieder-Ingelheim, 15 km westlich von Mainz, auf einem Hang mit weiter Aussicht auf die Rheinebene. Von den Gebäuden der Kaiserpfalz sind bis heute eindrucksvolle Relikte erhalten. Die drei größten Bauten symbolisieren jeweils eine Epoche der Kaiserpfalz-Geschichte: Die Aula regia repräsentiert die karolingische Pfalz, die von Karl dem Großen erbaut und genutzt wurde. Die Saalkirche steht für die Nutzung der Pfalz durch die Ottonen und schließlich das Heidesheimer Tor für die Epoche der Staufer.

Besucher in der Ausstellung “Die Pfalz der Ottonen“, Saalkirche.Besucher in der Ausstellung
“Die Pfalz der Ottonen“, Saalkirche. | © 

Karl der Große verweilte das erste Mal im Jahre 774 in Ingelheim, das in einem Kerngebiet fränkischer Herrschaft lag. 13 Jahre später machte er ebenfalls hier Station, blieb diesmal aber deutlich länger. Im Juni 788 wurde hier eine große Reichsversammlung veranstaltet, für die Karl der Große die Pfalz ausbaute. In den darauf folgenden Jahrhunderten fanden zahlreiche Gerichtsprozesse, feierliche Festtagskrönungen, Taufen, Hochzeiten und Abdankungen statt. Otto der Große und seine Nachkommen nutzten die Pfalz im 10. Jahrhundert ebenfalls für zahlreiche Reichssynoden und bauten sie zu diesem Zweck weiter aus. In diesem Zusammenhang entstand die Saalkirche, in der prachtvolle Kirchenfeste gefeiert wurden. Hier spielten sich dramatische Ereignisse ab, etwa die Absetzung von "Canossa-Kaiser" Heinrich IV. zu Silvester 1105. Zwar verlor die Pfalz in der darauf folgenden Zeit an politischer Bedeutung, Kaiser Friedrich I. Barbarossa ist nur einmal hier nachgewiesen, doch befestigten die Staufer die Pfalz dennoch mit einigem Aufwand. Sie verwandelten den repräsentativen, offen gestalteten Gebäudekomplex in eine burgartig befestigte Anlage deren Überreste heute noch an vielen Stellen im Kaiserpfalzgebiet zu sehen sind. Im Spätmittelalter und in der Neuzeit führten Raubbau, Verfall und Überbauung zum heutigen Erscheinungsbild einer Ruine inmitten eines eng bebauten Wohngebietes.

Die Denkmalzone wurde in den letzten Jahren aufwändig touristisch erschlossen. Dank der über 100-jährigen archäologischen Forschung ist die Ingelheimer Kaiserpfalz heute eine der am besten erforschten Pfalzen des Mittelalters. Sie kann auf eigene Faust entlang des "Historischen Rundwegs" oder bei einer öffentlichen Kaiserpfalzführung jeweils samstags ab 15 Uhr oder auf Anfrage erkundet werden. Treffpunkt ist das Besucherzentrum und Museum bei der Kaiserpfalz. Informationstafeln und Computerterminals informieren an vielen Stellen im Gelände über die wechselvolle Geschichte der Kaiserpfalz. Ein attraktives Angebot für Besucher ist die individuelle Erkundung des Kaiserpfalzgeländes mit dem multimedialen und interaktiven Besucherführer eGuide. Dank seiner GPS-Fußgängernavigation ist die Orientierung im dicht besiedelten Denkmalbereich kinderleicht.

Der neuste Blickfang im Kaiserpfalzgebiet ist die perspektivische Gestaltung einer Hausfassade am archäologischen Präsentationsbereich Heidesheimer Tor. Die Fassadenmalerei ergänzt die architektonisch nachgebildete Halbkreisarchitektur der Kaiserpfalz mit einer Perspektivzeichnung, die einen Blick in den ehemaligen Säulengang eröffnet und einen dreidimensionalen Raumeindruck vermittelt.

Im Besucherzentrum und Museum bei der Kaiserpfalz bietet sich die Möglichkeit, bei Kaffee, Tee und Erfrischungsgetränken eine Rast einzulegen und sich über die archäologischen Ausgrabungen zu informieren. Neben der Goldmünze Karls des Großen und der Ingelheimer Riemenzunge sind hier Marmor- und Porphyrreste ausgestellt, die einst Wände und Böden der karolingischen Kaiserpfalz schmückten. Ein Modell der Kaiserpfalz zeigt die aktuellen Forschungsergebnisse zu diesem einzigartigen Zeugnis mittelalterlicher Pfalzbauten. Die digitale Rekonstruktion macht die Ausmaße und prächtige Ausgestaltung der Pfalz erlebbar und gewährt einen Überblick über die gesamte Bautopografie. Sie gründet auf den vor Ort gewonnenen Ergebnissen aus der archäologischen Forschung und auf bauhistorischen Vergleichen mit anderen Pfalz- und Profanbauten. Ein weiteres Informationsangebot ist der Film "Ausstellungstafel 27", der dem Betrachter Einblicke in die Arbeit in der Kaiserpfalz Forschungsstelle vermittelt. Im Film diskutieren die Wissenschaftler über die Interpretation der in Ingelheim gemachten archäologischen Funde, und lassen den Betrachter so an ihrer alltäglichen Arbeit teilhaben.

Durch Sonderausstellungen im Besucherzentrum und Museum wird die dargebotene Ausstellungspalette zusätzlich bereichert. Derzeit ist die Studioausstellung "Ida-Idae Casarin: Zukunftsarchäologie" zu sehen. Die hier vorgestellten Arbeiten der spanischen Künstlerin Ida-Idae Casarin werden im Stil einer fiktiven archäologischen Ausstellung präsentiert. Die Schau wird durch Frauenfiguren früherer Epochen ergänzt, die das Schönheitsideal der jeweiligen Zeit verkörpern.

Die Denkmalbereiche der Kaiserpfalz sind täglich und das Besucherzentrum und Museum bei der Kaiserpfalz dienstags bis sonntags von 10.00 bis 17.00 Uhr geöffnet. Weitere Informationen finden Sie unter www.kaiserpfalz-ingelheim.de und unter www.museum-ingelheim.de.

© 2011 Kaiserpfalz Ingelheim | Ausdruck von www.kaiserpfalz-ingelheim.de
Diese Seite ausdrucken | Zurück zur barrierefreien Version | Zurück zur normalen Version
 
Der Solidus Karls des Großen: Vorder- und Rückseite der Goldmünze

© 2005-2018 Kaiserpfalz Ingelheim | Kontakt & Impressum | Datenschutz | Übersichtsseite