Logo der Kaiserpfalz IngelheimImpressionen aus der Forschungsstelle: Ausgrabungsarbeiten am Heidesheimer Tor | Utensilien zur Freilegung von Bodenfunden | Analyse und Dokumentation der Fundstücke

Logo der Kaiserpfalz Ingelheim

Inhalt:

Forschungsstelle

Pressemitteilungen




 

Kaiserpfalz Ingelheim gehört zu den 100 prägenden Bauwerken der deutschen Geschichte


Die Thronhalle der Kaiserpfalz Ingelheim damals und heute. | © 

„In diesen Steinen liegt unsere Geschichte“ – so beginnt der Klappentext des kürzlich erschienenen Buches Eine Geschichte Deutschlands in 100 Bauwerken. Die Autorin Maríon Bayer portraitiert hundert Bauwerke, die als Schauplatz für die wichtigsten Ereignisse und Entwicklungen Deutschlands dienten.

Die Kaiserpfalz Ingelheim wird als Gründung Karls des Großen vorgestellt, die 300 Jahre später von Kaiser Friedrich I. Barbarossa zur Erinnerung an ihren berühmten Bauherrn renoviert und ausgebaut worden ist. Autorin Maríon Bayer stellt hier wie in vielen anderen Passagen des sehr lesenswerten Buches unter Beweis, wie gut sie mit dem aktuellen Forschungsstand vertraut ist. Entsprechende archäologische Ergebnisse sind 2010 im „Stauferjahr“ von der Forschungsstelle Kaiserpfalz veröffentlicht worden (Holger Grewe, Visualisierung von Herrschaft in der Architektur, in: Staufisches Kaisertum im 12. Jahrhundert, ISBN: 978-3-7954-2379-7).

Der besondere Reiz des prachtvoll bebilderten Bandes liegt in der Einbeziehung der 100 Bauwerke in den geschichtlichen Zusammenhang. Für die Kaiserpfalz Ingelheim hat die Autorin das Jahr 1184 ausgewählt. Damals sollte in der Kaiserpfalz ein Turnier in Anwesenheit des Kaisers Friedrich I. Barbarossa stattfinden, zu dem unzählige Gäste erwartet wurden. Zuvor fand in Mainz ein vom Kaiser ausgerichteter Hoftag statt, der durch seine große Besucherzahl und seine kulturellen Vergnügungen einen Höhepunkt ritterlicher Lebensweise darstellte. Im 12. Jahrhundert entwickelte sich das Rittertum zu dem, was man heute wie selbstverständlich mit dem Mittelalter verbindet. Das noch im Frühmittelalter wenig angesehene Soldatentum wandelte sich, als begonnen wurde, Kämpfer in den Dienst der Kirche zu stellen. Ritter wurden zu Soldaten Christi, auch im Rahmen der Kreuzzüge. Die Zurschaustellung des Rittertums und das Zelebrieren des bewaffneten Kampfes wurden hoffähig. Dafür steht das Ingelheimer Ritterturnier von 1184, auch wenn es wegen eines Unwetters nie stattfand. Das Hoffest in Mainz wurde von einem Sturm mit Zerstörungen und Toten jäh beendet. Daraufhin wurde das Turnier in Ingelheim abgesagt.

Das Buch Eine Geschichte Deutschlands in 100 Bauwerken führt dem Leser vor Augen, dass Bauwerke „mehr als einfach nur funktionale Hüllen für menschliches Handeln sind“. Gezeigt wird Architektur als ein nach außen sichtbares Zeichen von Macht, Stand und Gesinnung. Architektur entsteht immer im Kontext ihrer Epoche, existiert aber oftmals lange darüber hinaus und erzählt von längst vergangenen Zeiten: von großen Ereignissen, einfachen Verhältnissen und tiefgreifenden Veränderungen. Berühmte Kirchen und Schlösser werden in dem erschienenen Werk ebenso eingeschlossen wie weitgehend unbekannte Bauernhäuser, Kapellen oder Schulgebäude, in denen die deutsche Geschichte ihren Lauf nahm.

Das Buch Eine Geschichte Deutschlands in 100 Bauwerken ist im Quadriga Verlag erschienen und kostet 25 Euro (ISBN: 978-3-86995-079-2).

© 2011 Kaiserpfalz Ingelheim | Ausdruck von www.kaiserpfalz-ingelheim.de
Diese Seite ausdrucken | Zurück zur barrierefreien Version | Zurück zur normalen Version
 
Der Solidus Karls des Großen: Vorder- und Rückseite der Goldmünze

© 2005-2016 Kaiserpfalz Ingelheim | Kontakt & Impressum | Übersichtsseite