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Das Stauferjahr 2010 in Ingelheim

Flyer zum Stauferjahr Flyer zum Stauferjahr | © 

Zum Stauferjahr 2010 wartete die Stadt Ingelheim am Rhein mit vielfältigen Veranstaltungen und Angeboten für ihre Besucher und Bürger auf. Mittelpunkt der Aktivitäten war die Kaiserpfalz Ingelheim, die als prachtvoller Regierungssitz für die Stauferkaiser eine bedeutende Rolle spielte.

Die Metropolregion Rhein-Neckar war in 2010 wieder "Stauferland", wie bereits im 12. und 13. Jahrhundert. Die Stauferkaiser unterhielten in Ingelheim mit der Kaiserpfalz einen ihrer repräsentativsten Regierungssitze. Sie renovierten und befestigten die von Karl dem Großen gegründete Kaiserpfalz umfassend und schufen hiermit einen Erinnerungsort für das Idol mittelalterlicher Herrscher. Anlässlich des Stauferjahres 2010 rückte diese Epoche in den Fokus der wissenschaftlichen Forschung und Geschichtsvermittlung in Ingelheim.

Highlights im Ingelheimer Programm zum Stauferjahr waren: eine nächtliche KlangKunst-Wanderung durch das Kaiserpfalzgebiet mit der Musikkünstlerin Sigune von Osten, der Ingelheimer Wein zum Stauferjahr "Vinum Friderici" aus mittelalterlichen Weinlagen, und eine museale Präsentation im Museum bei der Kaiserpfalz, die ein höchst interessantes und bisher völlig unbekanntes Fundstück aus der Ingelheimer Kaiserpfalz zeigte. Bei der Eröffnung des Stauferjahres am 28. Mai präsentierten Oberbürgermeister Dr. Joachim Gerhard und Forschungsleiter Holger Grewe erstmals den sensationellen Depotfund: Es handelte sich um einen "Königskopf" aus der Kaiserpfalz, eine Steinskulptur des 12./13. Jahrhunderts, die große Ähnlichkeit mit dem "thronenden König" im Metropolitan Museum of Art New York hat. Letzterer war das Hauptexponat der großen Mannheimer Stauferausstellung 2010, die das Stauferjahr ausgelöst hatte.

Entdeckt wurde der "Königskopf" bei einer wissenschaftlichen Untersuchung der Archivbestände zur Vorbereitung des Stauferjahres durch die Kaiserpfalz-Forschungsstelle. Die Recherchen zu dem Stück begannen, und schnell wurde die Ähnlichkeit zu dem "thronenden König" deutlich. Der "Königskopf" wird weiter erforscht, um genauere Erkenntnisse zur Datierung und Identifizierung der Herrscherdarstellung zu erlangen. In jedem Fall aber war die Ingelheimer Kaiserpfalz mit diesem Exponat nun bestens für das Stauferjahr aufgestellt.


Stauferjahr 2010 in Rheinland-Pfalz, Hessen und Baden-Württemberg

Die Stauferzeit ist eine der innovativsten und prägenden Epochen für die europäische Geschichte, die auch im heutigen Rheinland-Pfalz viele Spuren hinterlassen hat − auch in der Ingelheimer Kaiserpfalz. Ab September 2010 wurde der Fokus durch die große Stauferausstellung "Die Staufer und Italien" in den Reiss-Engelhorn-Museen Mannheim auf diese bedeutende Epoche gelenkt. Ingelheim ist wegen seiner Bedeutung für die Stauferzeit einer der sieben rheinland-pfälzischen Korrespondenzorte der Ausstellung, neben u.a. der Burg Trifels bei Annweiler, Mainz, Worms und Speyer. Die Kaiserpfalz-Forschungsstelle präsentierte Ingelheim in 2010 als Originalschauplatz der Stauferzeit. Gleichzeitig hatte sie als Kooperationspartner der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz an dem landesweiten Begleitprogramm zum Stauferjahr am Trifels und in Mainz mitgewirkt. Das Stauferjahr wurde am 21. Mai 2010 durch Ministerpräsident Kurt Beck auf der Burg Trifels bei Annweiler feierlich eröffnet. Bereits eine Woche später startete Ingelheim dann ins Stauferjahr, das bis Februar 2011 andauerte.

Das Ingelheimer Programm zum Stauferjahr bestand neben den schon genannten Highlights aus Themenführungen und einem Vortrag zur Stauferzeit in Ingelheim. Auch der Tag des offenen Denkmals in der Kaiserpfalz widmete sich dem Stauferthema. Des Weiteren entwarfen Schüler des Sebastian-Münster-Gymnasiums bei einem interdisziplinären Kunstprojekt namens "Prozessions-Architektur für die Kaiserpfalz" gemeinsam mit professionellen Künstlern Kunstwerke zum Stauferjahr.
Die museale Staufer-Präsentation im Museum bei der Kaiserpfalz trug den Titel "Altes verehrt, Neues bewehrt. Die Staufer renovieren die Pfalz Karls des Großen", und war vom 29. Mai 2010 bis Februar 2011 zu sehen.


Sonderausstellung im Museum bei der Kaiserpfalz


»Altes verehrt, Neues bewehrt –
Die Staufer renovieren die Pfalz Karls des Großen.«

Eine Präsentation der Forschungsstelle Kaiserpfalz und des Museums bei der Kaiserpfalz zum Stauferjahr 2010.

Die staufischen Herrscher des 12. und 13. Jahrhunderts besuchten, anders als die Ottonen, die von Karl dem Großen erbaute Pfalz Ingelheim nur selten. Dennoch renovierten sie den Palastbezirk umfassend. Insbesondere Kaiser Friedrich I. Barbarossa wird mit den umfangreichen Baumaßnahmen in der Pfalz in Verbindung gebracht.

Besucher in der musealen Stauferpräsentation. Besucher in der musealen Stauferpräsentation. | © 

Offenbar verfolgte er hiermit unterschiedliche Ziele: Einerseits sollte die Pfalz an die politischen Bedürfnisse der Zeit angepasst und wehrhaft verstärkt werden. Andererseits wurden bestehende Gebäude lediglich renoviert oder mit neuem Bauschmuck dem aktuellen Kunstgeschmack angepasst. Das zentrale Anliegen lag offensichtlich darin, die von Karl dem Großen errichtete Pfalz als Erinnerungsort zu bewahren. So wie sich der Karolinger in der Tradition der römischen Kaiser der Spätantike sah, ließen die Staufer ihrerseits damit eine Verbindung zum ersten weströmischen Kaiser des Mittelalters sichtbar werden.

Die kleine Präsentation im Museum und Besucherzentrum bei der Kaiserpfalz informierte mit multimedialen und musealen Mitteln über die kaiserlichen Bauabsichten in Ingelheim, über die Baumaßnahmen selbst und über zentrale Themen der Ereignisgeschichte. Hinweise auf alle heute noch sichtbaren Reste der staufischen Renovierungsmaßnahmen gehörten ebenfalls zum Informationsangebot.

Ein besonderes Exponat war der neu entdeckte staufische "Königskopf". In Kurzfilmen kamen historische Persönlichkeiten zu Wort, die den Besuchern aus ihrer Sicht Einblicke in die Kaiserpfalz der Stauferzeit gaben.

weiterführende Links:
Der Flyer zum Stauferjahr


Vinum Friderici


Ingelheimer Rotwein aus historischen Lagen anlässlich des Stauferjahres 2010

„<i>Vinum Friderici</i>“Vinum Friderici“ | © 

Die Rotweinstadt Ingelheim hat eine lange Weinbautradition, die durch ihren berühmten "Bewohner" Karl den Großen maßgeblich mit beeinflusst und gefördert wurde. Er war es, der die ersten roten Burgunderreben hier angesiedelt haben soll. Um 785 ließ er in Ingelheim seine Kaiserpfalz bauen, die ihm und mindestens 17 weiteren Herrschern bis zum Ausgang des Mittelalters als Regierungssitz diente.

Auch unter staufischer Herrschaft (1138 − 1250 n.Chr.) lebte die Rotweintradition in Ingelheim fort, die sich letztlich bis in die Gegenwart erhalten hat. Eine selten gute Überlieferungssituation erlaubt es, einige Ingelheimer Weinlagen bis ins Mittelalter zurückzuverfolgen.
In diesen historischen Lagen wuchs das ausdrucksstarke Rotweincuvée, welches von namhaften Ingelheimer Winzern anlässlich des Stauferjahres 2010 mit viel Feingefühl kreiert wurde.

Der Vinum Friderici − dessen Namensschöpfung sowohl an den Stauferkaiser Friedrich I. Barbarossa als auch an dessen Enkel auf dem Thron Friedrich II. erinnert − wurde aus dem Lesegut folgender Ingelheimer Winzer produziert:

Weingut J. Bettenheimer
Weingut K. & K. Dautermann
Weingut Gräff-Schmitt
Weingut J. Mett
Weingut J. Neus
Weingut Julius Wasem & Söhne
Weingut Arndt F. Werner





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