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Denkmaltourismus

Stadtgebiet Ingelheim

St. Remigiuskirche



 
Romanischer Glockenturm von St. Remigius aus Blickrichtung Süd Romanischer Glockenturm von St. Remigius aus Blickrichtung Süd | © 

In Nieder-Ingelheim befindet sich etwa 400m westlich der Kaiserpfalz am "Kleinen Markt" die St. Remigiuskirche, die unter dem Schutz der "Haager Konvention zum Schutz von Kulturgut" steht. Der älteste Teil des stehenden Baues ist der neben dem Chor angeordnete romanische Glockenturm. Die übrigen Bauteile sind bedeutend jünger, das Kirchenschiff von 1739, wenngleich insgesamt eher schmucklos, ist von spätbarocken Formen gekennzeichnet.

Die Geschichte der Vorgängerbauten reicht bis zur Mitte des 8. Jahrhunderts zurück. In einer Urkunde Ludwigs des Frommen von 822 wird die Schenkung der Kirche zur Erstausstattung des Bistums Würzburg durch Karlmann bestätigt, die 741/42 erfolgt war.

Im Juni 948 tagte eine Synode "in aecclesia beati Remigii" unter dem Vorsitz des päpstlichen Legaten Bischof Marinus von Bomarzo, an der Ludwig IV. von Frankreich und zahlreiche Bischöfe, Äbte und Andere teilnahmen.

Die St. Remigiuskirche im Umfeld der Kaiserpfalz

Seit den Ausgrabungen von W. Sage in der Saalkirche 1960-63, die diesen Sakralraum archäologisch in das 10. Jahrhundert datiert haben, vertraten Archäologen und Historiker zuweilen die Ansicht, St. Remigius könne in karolingischer Zeit als Palastkapelle der Kaiserpfalz gedient haben.

Türsturzrelief über dem Turmportal der St. Remigiuskirche Türsturzrelief über dem Turmportal der St. Remigiuskirche | © 

Im Jahre 2004 wurden allerdings auf dem Saalplatz im Kaiserpfalz-Gebiet zwei Kirchenbauten archäologisch nachgewiesen. Sie sind als Vorgängerbauten der noch heute stehenden Saalkirche zu deuten. Damit ist das Problem der früh- und hochmittelalterlichen Sakraltopographie der Pfalz Ingelheim im Prinzip gelöst worden.

Heute sind die Kaiserpfalz und St. Remigius über die 1994 - 1998 gebaute Ottonenstraße verbunden. Wer diesen Weg nach St. Remigius wählt, passiert auf Höhe der Wohnanlage "Im St. Kiliangarten" jene Fundstelle, an der Archäologen 1996 die bis heute einzige goldene Portraitmünze Karls des Großen fanden. Der entdeckte Solidus bildet den bedeutendsten Fund der Grabungskampagnen auf dem Gebiet der Ingelheimer Kaiserpfalz.

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Der Solidus Karls des Großen: Vorder- und Rückseite der Goldmünze

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